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Komische Kritik. Einsätze, Medien und Zeiten von Post-Nine-to-Five-Humor, 12.+13.05.2017

Komische Kritik. Einsätze, Medien und Zeiten von Post-Nine-to-Five-Humor, 12.+13.05.2017 published on
KritiKomik
Linz: Domgasse 1, Galerie ; Wien: depot, 7., Breite Gasse 3

Eine Veranstaltung der Abteilung Kulturwissenschaft

Konzeption:
Karin Harrasser, Leitung der Abteilung Kulturwissenschaften und Drehli Robnik

Kann Komisches anderes sein als Verlachen und Entlastung, als Karneval oder Kanal des Ausdrucks von Machtlosigkeit? Kann Komik ermächtigend und effektiv zersetzend wirken oder auch Unterschiede ausmachen – zumal dann, wenn sie in Waren- oder Dienstleistungsform dargeboten wird? Und wie geht Komik in Zeiten, in denen der Faschismus Fakten schafft und postfordistische Führungsformen das Genießen längst zur Arbeit gemacht haben (und vice versa)? Der Joke/r als Shift/er, das Timing des Witzes (und der Witz als Zeitung), das Alberne als Taktik des Einklammerns von Realitätszumutungen: Von Interesse sind ästhetische Strategien und mediale Formate, darunter zumal Filme, die eine Öffnungen in festgefahrenen Diskursen und Konfrontationen produzieren, ein Sprungbrett für eine Fluchtbewegung bilden, das Sprechen ins Schlingern bringen. Oder aber, flexibilitätskritisch, Versteifungen zelebrieren, den Zeitfluss verlangsamen, Erstarrungen auskosten – oder dort Setzungen vornehmen, wo sonst zuvieles offenb bliebe. Komik in diesem Sinn ist gleichermaßen körperlich und affektiv wie formbewusst und hassverliebt in Einrichtungen. Orientierungsmarken einer solchen, kritischen Komikauffassung gehen von Aufschub bis Zaniness; sie umfassen Nerdigkeit, Mimikry und Intervall, sowie Namen wie Judd Apatow, Judith Butler, Guy de Cointet, Gilles Deleuze, Will Ferrell, Sigmund Freud, Siegfried Kracauer, Sianne Ngai, Dolly Parton, Paolo Virno, Kristen Wiig und Tante Elfi.

KritikKomikFlyer.pdf

Programm

Freitag 12. Mai 2017 / Kunstuniversität Linz, Domgasse 1
16.00 Uhr  Begrüßung
16.30 Uhr  „Ganz langsam, was wird hier andauernd auf den Punkt gebracht?“ | Michael Fesca (Berlin)
17.45 Uhr „It’s all wrong, but it’s allright. Oder: Was ist Kritik, wenn sie an Dolly Parton entlang gedacht wird?“ | Anna Bromley (Berlin)
19.00 Uhr„Odd jobs – Zany performances“ | Karin Harrasser (Linz)
20.15 Uhr  „Arbeit, Aufschub: Apatows Ökonomien & andere“ | Daniel Eschkötter (Dresden/Wien)

Samstag, 13. Mai 2017
10.30 Uhr 
Crowd-Unding und Clown-Crowning. KritiKomik, NonsenSetzung und Politiken der Gegenverwirklichung mit Kracauer, Deleuze, Ferrell und Tante Elfi | Drehli Robnik (Wien-Erdberg)
11.45 Uhr  We can’t legally ask you to lose weight. Kristen Wiig und komische Melancholie | Joachim Schätz (Wien)
13.00 Uhr  Malerei und andere Witze unter Dingen | Tanja Widmann (Wien)

Samstag, 13. Mai, ab 18.00 Uhr und Sonntag, 14. Mai 2017 findet die Veranstaltung in Wien, depot, 7., Breite Gasse 3 statt.


Moderation: Karin Harrasser, David Auer, Drehli Robnik